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29. March 2017 Sport

LIEBHERR Tischtennis-WM 2017: Traum-Doppel: Timo Boll und Ma Long wollen in Düsseldorf WM-Geschichte schreiben / Petrissa Solja im Mixed mit Fang Bo

Bei den LIEBHERR Weltmeisterschaften in Düsseldorf (29. Mai bis 5. Juni) werden Deutschland und China ein weiteres Kapitel Sportgeschichte gemeinsam schreiben und zum zweiten Mal nach 2015 bei einer WM gemischtnationale Kombinationen stellen. Die vereinbarten Duos sind nicht nur für die Sportler, sondern auch für die Fans ein heiß ersehnter Traum: Rekordeuropameister Timo Boll spielt bei seiner Heim-WM an der Seite des Titelverteidigers und Weltranglisten-Ersten Ma Long, Europe-Top-16-Finalistin Petrissa Solja kann im Mixed an der Seite des WM-Zweiten von 2015, Fang Bo, auf einen langen Verbleib im WM-Turnier hoffen.

„Geiger: Eine besondere Geste Chinas“

Sportdirektor Richard Prause freut sich auf die gemeinsamen Auftritte der beiden Kombinationen, die, wenngleich nicht eingespielt, zum Kreis der Medaillenanwärter bei der LIEBHERR WM zählen werden: „Die Einigung auf zwei gemeinsame Duos zeigt das gute Verhältnis zum chinesischen Verband. Die Fans dürfen sich darauf freuen, mit Boll/ Ma ein sehr spektakuläres Doppel in Deutschland zu sehen und können damit schon an den ersten WM-Tagen Zeitzeuge eines historischen Auftritts werden.“ Sportlich traut Prause beiden Kombinationen viel zu: „Sowohl das Doppel Boll/ Ma als auch das Mixed Solja/ Fang können sehr weit kommen. Wir werden mit einer starken deutschen Mannschaft an den Start gehen. Ich freue mich sehr, dass wir in Düsseldorf mit den gemischtnationalen Kombinationen noch zusätzliche Eisen im Feuer haben.“

Die Entscheidung der beiden aktuell erfolgreichsten Tischtennis-Nationen der Welt, gemeinsame Doppel bei der LIEBHERR WM in Düsseldorf an den Start zu schicken, hat auch eine sportpolitische Dimension. „Dies ist eine besondere Geste Chinas gegenüber dem DTTB und dem deutschen Sport, den Timo nun seit rund eineinhalb Jahrzehnten erfolgreich und als Sympathieträger im Reich der Mitte repräsentiert. Zugleich ist es eine Wertschätzung der Weltmeisterschaften in Düsseldorf und der Tischtennisfans“, sagt Michael Geiger, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes.

Boll: „Ein schöner Höhepunkt meiner Karriere“

Während es das Mixed Petrissa Solja/ Fang Bo zuvor noch nie gab, feiert das „Legendary Pair“, wie der Weltverband ITTF das Doppel der Ausnahmestars nennt, ein Comeback. Bereits zweimal zuvor, aber noch nie in Deutschland, absolvierten Timo Boll und Ma Long gemeinsame Auftritte. Die Premiere des 16-fachen Europameisters und WM-Dritten von 2011 an der Seite des Olympiasiegers von Rio und siebenfachen Weltmeisters endete 2013 bei den China Open mit dem Titelgewinn der Links- und Rechtshänder-Kombination. Beim Anlauf 2015 auf eine WM-Medaille im chinesischen Suzhou musste das Duo allerdings dem Olympiasieger von London und zweifachen Weltmeister Zhang Jike und Xu Xin, dem World-Cup-Gewinner von 2013, den Vortritt lassen.

„Ich freue mich sehr auf unseren zweiten Start als WM-Doppel. Zum einen verstehe ich mich mit Ma Long auch abseits des Tisches. Zum anderen haben mir die bisherigen gemeinsamen Auftritte sehr viel Spaß gemacht. Sowohl bei den China Open 2013 als auch der WM 2015 im chinesischen Suzhou waren es für uns beide trotz unterschiedlichem sportlichen Erfolg schöne Momente. Nun also der dritte Teil unseres Doppels erstmals in meiner Heimat, bei der WM in Düsseldorf. Das ist ein schöner, weiterer Höhepunkt meiner Karriere“, erklärt Boll und hofft: „Wir werden versuchen, es diesmal besser zu machen als bei der WM in Suzhou.“ Boll ist ein exzellenter Doppelspieler und erreichte 2005 zusammen mit Christian Süß in Shanghai das WM-Finale, zudem gewann der Düsseldorfer insgesamt fünf Europameister-Titel im Doppel.

Solja: „Freue mich riesig auf das Mixed und die Heim-WM“

Petrissa Solja, die schon 2015 in Suzhou an der Seite des Bergneustädters Steffen Mengel das Viertelfinale erreichte, darf sich ebenfalls auf einen schlagkräftigen Doppelpartner aus dem Reich der Mitte freuen. Fang Bo, 2015 überraschend Einzelfinalist und aktuell Weltranglisten-10., sollte mit der Berlinerin aufgrund der Kombination der Spielstile sehr gut harmonieren. Die Nummer 13 der ITTF-Notierung zeigte nicht nur bereits als Einzelspielerin mit ihrem dritten Platz beim World Cup 2015 sowie mit zweiten Plätzen bei den Europe-Top-16-Turnieren 2015 und 2017, dass sie zu den besten Spielerinnen der Welt zu rechnen ist. Die Linkshänderin stellte zudem als Europameisterin 2013 sowie mit Titeln und Medaillengewinnen in der World Tour bereits häufig ihre Qualitäten als Doppelspielerin unter Beweis. „Es wird für mich etwas ganz Besonderes sein, bei einer WM an der Seite eines Spielers aus der stärksten Nation der Welt anzutreten“, meint Solja. Mit einem verschmitzten Lächeln fügt die erst 23-Jährige hinzu: „Wie gut so was klappen kann, hat man ja vor zwei Jahren gesehen, als Xu Xin mit der Südkoreanerin Yang Haeun Weltmeister geworden ist. Wir sind ja auch eine Links-Rechtshänder-Kombination. Deshalb werden wir uns die beiden einfach als Beispiel nehmen und dann mal schauen, wie weit wir kommen. Ich freue mich riesig auf die Heim-WM und auf das Publikum in Düsseldorf, das uns sicher auch im Mixed pushen wird.“

Weikert: „Traum-Kombination Boll/Ma“

Gemischtnationale Duos in Doppel und Mixed sind seit der WM in Suzhou 2015 wieder erlaubt. Der gemeinsame Antrag von chinesischem Verband und der Athletenkommission hatte 2014 bei den Team-Weltmeisterschaften in Tokio die Zustimmung des Board of Directors erhalten. „Solche Traum-Kombinationen wie Timo Boll/Ma Long hatten wir uns bei der Entscheidung gewünscht“, sagt ITTF-Präsident Thomas Weikert (Limburg). „Sie beleben unseren Sport und festigen – bei aller sportlichen Konkurrenz – die guten internationalen Beziehungen der Nationalverbände untereinander.“ In Düsseldorf wird es außer den deutsch-chinesischen Duos auch eine dritte gemischtnationale Kombination mit DTTB-Beteiligung geben, die bereits eingespielt und erfolgreich ist. So will Doppel-Europameister Patrick Franziska (Saarbrücken), der sich im Oktober 2016 mit Jonathan Groth in Budapest den kontinentalen Titel sicherte, nun gemeinsam mit dem Dänen auch auf der Weltbühne in den Kampf um Edelmetall eingreifen.

Sein komplettes Aufgebot für die LIEBHERR-WM 2017 wird der Deutsche Tischtennis-Bund im Detail in der ersten Mai-Woche bekanntgeben.


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